Etwas Grenzenloses Khesrau Behroz

Beiträge in der Kategorie Lyrik

11 August 2009

Lyrik

Kennedy

Personen:
Vater
Die Tochter des Vaters
Richter
Ein schwarzes Kind
Prozess-Zuschauer
Das Mädchen hält in den Armen sanft den rauen Kopf des Vaters fest
und solidarisch wie das Kind mit den warmen Worten des Vaters ist,
verspricht sie klar und allzu deutlich seinem zittrigen Angesicht:
„Komme auch der größte Sturm –
[...]


30 June 2009

Lyrik

Tag Eins

Er durchschaut die Flasche,
den Boden und den Hals,
sieht das Etikett und
verformt das Kindsgesicht,
lässt zwischen seinen krummen Fingern
- die Kuppen grob wie umkämpftes Land -
den Flaschenhals gleiten,
er muss zucken, jedes Mal,
wenn er seine Fratze im Gefäß
gespiegelt ziehen sieht.
Er greift zur Flasche, doch
jeder noch so kleine Schluck, ach,
bringt das Kind nicht zurück, das
tanzend auf
der Tanzfläche tobt, in
seiner [...]


4 February 2009

Lyrik

Laternenzischen

Wir sprachen uns jede Nacht
kurz vor dem Laternenzischen,
hörten kunterbunte Dinge
wunderbar in Kreisen singen,
achtlos sind wir abends
bis in die Morgenstunden gelaufen,
haben die Ziele ins unseren Sohlen
auf dem Weg ins Nichts verloren,
wir atmeten mit schweren Stößen
Höhepunkte ein und aus, dann
schworen wir Stille
und blühten auf im Tatendrang,
wir taten uns Gefahren an,
weil wir tagelang am Warten waren;
im Bodenlosen, dort [...]


4 February 2009

Lyrik

Easy song, sing along

She says
I am grateful for the words you gave me
I am grateful for the words you took
I am grateful for the time you’re taking
and for the names you called me
She says
I am sure you are not a crook
I am sure you are just a fake
I am sure you expose the daylight
when you see no one [...]


6 January 2009

Lyrik

Sommer- / Winterglück

Durch den Sommer grölte das Kollektiv,
schritt in Gewässer und tauchte unter,
Entdeckungen einer kleinen Reise,
Leuchtendes im Meereswunder
Wir hielten auf den Dächern Paraden,
sangen freudig Liebeslieder,
mit dem Schnee auf unseren Körpern,
sahen wir plötzlich Farben wieder
Durch den Sommer sprang das Kollektiv
im Takt des Tages hoch und runter,
in der Beliebigkeit das Lebensglück,
so trieb’s den Schnee von ihren Schultern
Wir hielten auf [...]


5 July 2007

Lyrik

Auf jenen Wegen, die mir abhanden kamen

Über einzelnen Türmen stapeln
sich sanfte Kriegsgeflüster
und behaupten unverfroren
sie seien nur Gespenster
Und alle schließen sie die Augen,
behaupten sich im Wortgefecht,
und weil sie sprechen können,
finden sie schweigen ungerecht
Sie nähern sich so angespannt,
sie zittern und beben und fürchten sich,
doch keiner sieht’s und ist erschüttert
über das unsichtbare Kriegsgesicht
Wenn sie die Augen öffnen und sehen,
was sie tapfer überstanden haben,
steht eine [...]


15 April 2007

Lyrik

Axially Symmetric

Everybody touches your body,
and is feeling right about that feeling,
hunting down their needs
to appeal the appealing
It appears so revealing,
they’d take away your drapery,
what a beauty’d be awaiting,
to be healed with cautery
But you are spoiled indeed,
a creep indeed,
a part of the dirty street,
so urgently in need,
and I would like to help you feed,
but your black dress [...]


21 January 2007

Lyrik

Thailand-Reisetagebuch: Abgehoben

Bescheiden wird die Gier entdeckt,
die Nase hebt sich signifikant,
die Schritte werden immer schmaler
und glaenzende Boeden abgerannt
Permanent laesst man sich tragen,
bewusst ist nur der grobe Sturz –
doch wenn der Schmerz in die Sinne kommt,
ist die Hoehe viel zu kurz
Bangkok, 16.01.07


23 June 2006

Lyrik

-trunken, be-

Betrunken war das Wort,
betrunken war es,
betrunken war das Wort,
also sag – wie war es?
Es war betrunken,
betrunken war das Wort,
erst hat es mich geliebt,
doch dann war es fort
Betrunken war das Wort,
betrunken war es,
betrunken war das Wort,
also sag, was wahr ist
Es war betrunken,
betrunken war das Wort,
erst war es Verlassen,
doch nun ist es Mord


3 June 2006

Lyrik

Thailand-Reisetagebuch: Der Fluss

Der Fluss ist rot,
der Fluss ist rot,
er kennt ihre Namen
und ihre Not
doch der Fluss,
er fliesst trotzig weiter,
mit ihm treibt der Tod,
immer weiter
Der Fluss ist rot,
der Fluss ist rot,
aus dem Norden treibt
die schwere Not
doch der Fluss,
er treibt trotzig weiter,
mit ihm treibt der Tod,
er treibt immer weiter
29.05.2006


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