Etwas Grenzenloses Khesrau Behroz

27 May 2009

Keine Kommentare

Veranstaltungstipp #008

auf ein Wort – Autorennacht
Dienstag, 26. Mai, Theater unterm Dach in Berlin
Eintritt: 21:00 Uhr
mehr Infos

Die Veranstaltung fand gestern im Rahmen des von den Berliner Festspielen ausgetragegen Theatertreffens der Jugend statt, ich hatte aber vergessen, darüber zu bloggen. Das ist jetzt natürlich unglücklich, weil die Menschheit die Zeitmaschine leider Gottes noch nicht erfunden hat. Aber ich wollte unbedingt die »Veranstaltungstipp«-Reihe fortführen. Das ist mir betont wichtig!

Es war übrigens fantastisch gestern Abend. Eine der besten Lesungen, bei denen ich bislang dabei war. Die Kollegen waren großartig, das Publikum war toll – immer wieder gerne! Apropos: Ich blogge derzeit für die Zeit des Theatertreffens hier über das Festival und insbesondere die dort aufgeführten Stücke.


13 May 2009

Keine Kommentare

Sieben Gründe, Twilight zu hassen

© Concorde

© Concorde

Robert Pattinson wird vergöttert, weil er einen glitzernden Vampir spielt. Warum ist bislang eigentlich niemand auf die Idee gekommen, eine Liste von Gründen zu erstellen, warum Twilight gehasst gehört? Dieses Vakuum ist nicht gesund. Deshalb gibt es jetzt die Sieben Gründe, Twilight zu hassen.

1. STEPHEN KING FINDET’S SCHEISSE
„J.K. Rowling und Stephenie Meyer sprechen direkt junge Menschen an… Der wahre Unterschied aber ist, dass Jo Rowling eine großartige Schriftstellerin ist und Stephenie Meyer ums Verrecken nicht schreiben kann. Sie ist nicht besonders gut.“

Ich bin wirklich kein Stephen King Fan, kenne wenige der Romanverfilmungen und habe auch nicht den Drang, alle seine Bücher zu verschlingen. Ich stimme ihm dennoch zu: Stephenie Meyer ist wie Dan Brown. Der kann auch nicht schreiben, ist ein mieser Schriftsteller, der weiß, wie Spannung erzeugt wird, aber in seiner Wortwahl so eingeschränkt ist wie Mr. Bean. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, denn Meyer hat anscheinend auch nicht den Anspruch, eine gute Schriftstellerin zu sein, sondern will schlicht und ergreifend eine Geschichte erzählen. Wenn sie allerdings den Thesaurus ausschlachtet wie George Lucas seine Star-Wars-Franchise, ist das einfach nur noch traurig.

Artikel bei moviepilot weiterlesen…


12 May 2009

1 Kommentar

Nordwand

© Majestic

© Majestic

Als sie fallen, brechen die Stimmen weg. Es hört sich an wie eine Verfolgungsjagd zu Fuß. Es sind Schreie zu hören, kurze, impulsive Schreie. Niemand ruft um Hilfe, niemand ruft einen anderen Namen, niemand ruft irgendwas irgendwem irgendwie zu. Seile rutschen durch die Hände, Kraftlosigkeit wird plötzlich vertont: ein Keuschen, ein Luftholen, ein Festhalten und Loslassen.

Wenn Nordwand die Kletterer bei ihrer Arbeit zeigt, ist es ganz großes Kino. Oft holt die Kamera Luft, die Personen sind irgendwo in der Ecke, der massive Berg dominiert bedrohlich das Bild, auf der anderen Seite ist die Ferne zu sehen und der Boden der Tatsachen: Sie sind oben, sie sind in Lebensgefahr, sie haben – machen wir uns nichts vor – keine Chance. Der Berg, der eigentliche Hauptdarsteller, der sich betreten, beschlagen und nicht besteigen lässt, gibt den Ton an und vergreift sich darin selten: Spektakulärer wurde in keinem deutschen Film das Klettern inszeniert, den Vergleich mit internationalen Produktionen sollte und darf Nordwand nicht scheuen.

Vollständigen Artikel bei moviepilot lesen…


11 May 2009

Keine Kommentare

Redacted

valla-redacted-sitges

© Kinowelt

Das wirklich Grauenhafte, auf irgendeiner perversen Meta-Ebene abgrundtief Böse, das kommt zum Schluss. Erinnerungen werden wach, an Amerika, an Lars von Trier, an Dogville und an Manderlay. Die Bilder fliegen nicht einfach so vorbei, sie werden nicht einfach so gezeigt, sie brennen sich, wenn auch nur für Momente, in die irritierte Hirnrinde.

Es sind Fotos aus dem Irak-Krieg und eigentlich ist es okay, so etwas satt zu haben, sich einem Informationsüberschuss zu verwehren, sich das Recht herauszunehmen, nicht alles sehen zu wollen. Aber die Entscheidung, die sollte dem Individuum doch zugestanden werden: Zuerst, da waren die Medien verhalten. Dann, da haben sie Dinge bereut. Zuletzt, da haben sie versucht, Verpasstes nachzuholen. So ungefähr sah es in den USA aus, gegenseitig wurde sich die Schuld an der versauten Kriegsberichterstattung zugeschoben, gestandene Journalisten mussten gestehen, versagt zu haben. Redacted, das heißt redigiert, editiert, geschwärzt und kein Wort könnte richtiger sein und dem Ausdruck „wie die Faust aufs Auge“ in dieser Beziehung gerechter werden.

Redacted zeigt die Alpha Company bei der Arbeit im Irak. Beim Strammstehen und Aufpassen, beim Häuserdurchsuchen und Herumschreien, einen Kontrollpunkt bewachen und schießen, wenn einer nicht hält. Dabei, wie sie sich unterhalten, über den Krieg, über Frauen, über Bücher. Einer von ihnen, Angel Salazar filmt Situationen mit seiner Kamera, seine Augen liefern uns die meisten Bilder. Seine Kameraden, das sind Klischees: McCoy ist ein guter Mensch, Flake und Rush sind sadistische Arschlöcher, der weiße Müll, der „white trash“ aus den Staaten. Sie wollen töten, sie wollen Frauen, sie wollen vergewaltigen. Das ist dann auch der Dreh- und Angelpunkt, an dem der Film rotiert, der moralische Aspekt, der zu Diskussionen führen soll.

Vollständigen Artikel bei moviepilot lesen…


7 May 2009

1 Kommentar

Veranstaltungstipp #007

Tag der Literatur: Tot oder lebendig
Sonntag, 10. Mai, Werkstatt Kassel
Eintritt: 19:00 Uhr, 6 Euro (ermäßigt 4 Euro)
mehr Infos

Zwei junge Kasseler Autoren, Casjen Ohnesorge und Khesrau Behroz, werden eigene Texte (Kurzgeschichten, Gedichte) vortragen. Dabei treten sie in einen Literatur-Lese-Wettbewerb gegen zwei bereits verstorbene Kasseler Autoren an, denen Enrico Schäfer und Dirk Stederoth Stimme und Körper leihen. Das Ganze funktioniert in der Form eines Poetry Slams: Jeder Dichter hat 5 Minuten Vortragszeit und am Ende entscheidet das Publikum darüber, welcher Dichter, tot oder lebendig, die Lorbeeren ernten darf.


6 March 2009

Keine Kommentare

Veranstaltungstipp #006

19. Kasseler dichterrat Poetry Slam
Samstag, 6. März, Salzmann Factory in Kassel
Eintritt: 21:00 Uhr, 6 Euro (ermäßigt 4 Euro)
mehr Infos

Die neue Poetry-Slam-Saison in Kassel beginnt. Ich werde natürlich auch wieder dabei sein trotz Umzug in die Hauptstadt. Wer Zeit und Lust hat, sollte vorbeischauen.

Wer es übrigens noch nicht gesehen hat: Rechts oben könnt Ihr auf »Termine« klicken und auf einem Blick meine kommenden Auftritte sehen. Ich füge meistens relativ kurzfristig neue Termine hinzu – schaut also immer wieder mal rein. Wer sich meinen Blog per RSS-Feed abonniert hat, wird sowieso rechtzeitig informiert, weil ich diese »Veranstaltungstipps« zu jedem Auftritt machen werde, um nochmal darauf hinzuweisen.


4 February 2009

2 Kommentare

Laternenzischen

Wir sprachen uns jede Nacht
kurz vor dem Laternenzischen,
hörten kunterbunte Dinge
wunderbar in Kreisen singen,
achtlos sind wir abends
bis in die Morgenstunden gelaufen,
haben die Ziele ins unseren Sohlen
auf dem Weg ins Nichts verloren,
wir atmeten mit schweren Stößen
Höhepunkte ein und aus, dann
schworen wir Stille
und blühten auf im Tatendrang,
wir taten uns Gefahren an,
weil wir tagelang am Warten waren;
im Bodenlosen, dort hast du
festen Grund gefunden

Wir sprachen uns jede Nacht,
wir wussten Lust von
Trost zu unterscheiden,
Wahrheiten wollten wir nicht hören,
wir wollten sie uns selbst verdrehen,
du hast stets so weich gesprochen,
ich glaub es klang nicht wichtig,
und rauschtest an mir vorbei
im Echo des Laternenzischen,
ein dumpfer Ton ohne Gleichgewicht,
isoliertes Sterben, das reicht ihm nicht
und in all dem Chaos, da
nahm ich nur deine Formen wahr,
lass mich schämen für den Trieb,
der so sehnsüchtig in meinem Körper lag;
Augenblicke schauen nicht

Wir haben jede Nacht
von fremden Welten gesprochen,
haben Wörter gierig eingeatmet
und mit stumpfen Bleistiftspitzen
Selbstportraits gezeichnet,
es platze uns zuweilen der Kragen,
Schutzhüllen verloren wir,
trugen nur noch Jacken
vergangener Heldentaten,
berührten uns
mit abgesunken Köpfen und
zugeknöpften Hosen,
wir klirrten mit unseren Gläsern
der verwirrten Schar entgegen,
im roten Wein, da sahen wir
vor Glück unsere Augen beben

Wir sprachen uns jede Nacht,
ein Marmorstein ist kein Angesicht,
wir beide wissen: nach dem Zischen
kommt wieder Laternenlicht


4 February 2009

Keine Kommentare

Easy song, sing along

She says
I am grateful for the words you gave me
I am grateful for the words you took
I am grateful for the time you’re taking
and for the names you called me

She says
I am sure you are not a crook
I am sure you are just a fake
I am sure you expose the daylight
when you see no one else awake

With every tidbit of hope
is just another tidbit lost
With every tidbit of hope
is another option gone

She says
I am trying to control my actions
I am trying to lose control
I am trying to fail by doing stuff
that I shouldn’t have tried at all

She says
I am lost in your generousity
I am lost in your superficiality
I am lost in the corners I looked
when you were lost and I was looking for you

With every tidbit of hope
is just another tidbit lost
With every tidbit of hope
is another option gone

She says
you know, I don’t think we have seen much of each other these days but let me tell you this: Partially because I live behind thick imaginary bars and partially because I am loving freedom too much, I promise people to love them eternally without saying so. I never regret promises and I never regret mistakes but I regret every opportunity I miss to promise something or to do something wrong. So, please, in whatever Gods name, please show me some rage so I can feel you, show me some hate, so I can promise to get better and stop the fucking restraint – it makes me sick, it really does!


6 January 2009

1 Kommentar

Sommer- / Winterglück

Durch den Sommer grölte das Kollektiv,
schritt in Gewässer und tauchte unter,
Entdeckungen einer kleinen Reise,
Leuchtendes im Meereswunder

Wir hielten auf den Dächern Paraden,
sangen freudig Liebeslieder,
mit dem Schnee auf unseren Körpern,
sahen wir plötzlich Farben wieder

Durch den Sommer sprang das Kollektiv
im Takt des Tages hoch und runter,
in der Beliebigkeit das Lebensglück,
so trieb’s den Schnee von ihren Schultern

Wir hielten auf den Dächern Paraden,
an den Rändern schauten wir hinunter,
trotz weißen Flecken auf unsren Körpern
ging dunkles Tun im Abend unter


11 December 2008

1 Kommentar

House, M.D.

logohouse

George Clooney hat mir alles versaut. Ernsthaft. Er war einer der vielfältigen Gründe, Emergency Room zu ignorieren. Lieber hätte ich mir ins Schienbein treten und mich in die Notaufnahme einliefern lassen, als Mr. Clooney auch noch beim Menschenretten zuzusehen. Das ist, so habe ich wissenschaftlich festgestellt, ein absolut normaler und insbesondere bei Männern häufig auftretender Effekt, wenn Clooney in einem Film erscheint, der weder politisch noch von Steven Sonderbergh ist. (Ja, meine Güte, als Danny Ocean ist er schon eine coole Sau.)

So geschah es die letzten Jahre, dass ich mich gegen Ärzte per se gewehrt habe. Emergency Room habe ich keine verdammte Folge lang ausgehalten, von meinem Zahnarzt wurde ich verklagt und Grey’s Anatomy hört sich zwar unglaublich anziehend an, lässt mich aber leider auch irgendwie total kalt. Ich war Ärzte-geschädigt und ich dachte, das würde sich nicht so schnell ändern.

Doch dann kam House, Dr. Gregory House. Er ist – ich nutze an dieser Stelle natürlich den Fachterminus – ein unerträgliches Arschloch. Seine Patienten will er nicht sehen, seine Sprüche sitzen wie Beamte im Büro und seine Moral ist entweder nicht existent oder nicht existent. Also entweder existiert sie nicht oder sie existiert zwar, äußert sich aber in ihrer Nichtexistenz. Das ist so wahnsinnig fatalistisch, jeder Versuch, etwas Liebevolles in ihm zu finden, scheitert letztendlich gnadenlos. Er ist unentwegt auf der Suche nach dem nächsten Rätsel, das er knacken kann, manipuliert bei jeder Gelegenheit das Liebesleben seines besten Freundes und tut selbst in der inzwischen fünften Staffel noch Dinge, die immer wieder verdeutlichen, was für ein undurchsichtiger und komplex gestrickter Charakter er ist.

Sein Markenzeichen ist der Gehstock, mit dem er nicht nur allerlei Schnickschnack anstellen kann, sondern den er auch braucht, um pro Folge gefühlte fünfzig Kilometer im Krankenhaus zu laufen. Was mit seinem Bein eigentlich genau los ist, verraten die Autoren nicht in den ersten Folgen. House ist eben so oft es nur geht ein Geheimnis. Dank den Dutzenden von Schmerztabletten, die er sich täglich in den Rachen schmeißt, gilt er auch noch als drogensüchtig.

Also wenn das mal kein perfekter Arzt ist, weiß ich auch nicht mehr weiter.

Weitere Punkte hat House bei mir gut, weil die Titelmusik von Massive Attack ist (zumindest in der U.S.-Version) und weil die Herrschaften bislang noch keinen Cameo-Auftritt von George Clooney zugelassen haben. Zudem ist Hugh Laurie die Idealbesetzung für so eine Persönlichkeit wie Dr. Gregory House, weil er den Zynismus, den Sarkasmus und die bitterböse Ironie des ungewöhnlichen Arztes außerordentlich gut darstellt. Die Serie lebt von seinem Hauptdarsteller und sie funktioniert wunderbar mit dieser Prämisse. Zwar ist die Struktur einer jeden Folge fast immer dieselbe (ein Mensch hat ein Problem, das nur Dr. House lösen kann, es folgt die Differenzialdiagnose, anscheinend findet man eine Lösung, der Patient bekommt einen Anfall, die Ärzte verstehen die Welt nicht mehr, House ärgert die Chefin, House ärgert seinen besten Freund, jemand sagt anscheinend beiläufig etwas, doch House kommt dank dem Gesagten ein Geistesblitz, er löst den Fall, Credits), dank den zwischenmenschlichen Reibereien, den spannenden Schicksalen der Patienten und dem Sprücheklopfen von Dr. House sieht man aber gerne über die bewährte Formel hinweg und genießt 45 Minuten Arztkrimi-Unterhaltung.

House, M.D. (2004), von David Shore, mit Hugh Laurie, Lisa Edelstein u.a.


← Ältere Beiträge Neuere Beiträge →